Ehemaliges Schloss

Das Schloß zu Deidesheim: Etwas Geschichte

Das Schloss zu Deidesheim

Deidesheim in seinem heutigen Ortsgebiet wurde Ende des ersten Jahrtausends als Tochtersiedlung des bereits 699 als Didinneschaim genannte Niederkirchen gegründet. Nachdem der Ort im Jahre 1100 dem Hochstift Speyer zugefallen war, errichteten die Fürstbischöfe kurze Zeit später an dessen Nordostecke eine Wasserburg, zum Schutz des neuen Besitzes. Diese Burg wurde erstmalig erwähnt im Jahre 1292 als Bischof Friedrich dort den deutschen König Adolf von Nassau bewirtete. Das Dorf Deidesheim erhielt durch den Fürstbischof Gerhard das Recht, "sich mit Mauern, Türmen und Toren zu umgeben" und wurde 1395 durch König Wenzel zur Stadt erhoben.

Die fürstbischöfliche Burg ließen die Landesherren nach der Verleihung der Stadtrechte erweitern und 1478 im Osten mit einem großen Bollwerk versehen. Doch spielte sie als Verteidigungsanlage nie eine große Rolle. Ihre Bedeutung beschränkte sich darauf, Sitz der fürstbischöflichen Verwaltung zu sein. Was bedeutet hier wohnte der bischöfliche Amtmann und es residierte hier der Bischof, wenn er in der Stadt weilte. Der Bischof nahm die Huldigung seiner Untertanen entgegen und kontrollierte die Einlagerung des Zehnten an Wein, Getreide und Früchten in seinen Keller. Dieser Zehntkeller hat sich bis heute erhalten.

Durch den pfälzischen Erbfolgekrieg ging 1689 Deidesheim zum großen Teil in Flammen auf darunter auch das Schloss, wie die Burg seit dem Mittelalter auch genannt wurde. 1698 wurde der Südflügel soweit wieder von Deidesheimer Handwerkern hergerichtet, dass er als Wohnsitz des Amtmannes wieder dienen konnte. Doch der Speyerer Fürstbischof Damian Hugo war damit nicht zufrieden und befahl 1729 seinem Baurat das Schloß wieder in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen. Erst 10 Jahre später begannen die Bauarbeiten unter der Leitung von Johann Georg Stahl, eines Schülers Balthasar Neumanns. Der 1746 fertig gestellte Neubau war eine geräumige Vierflügelanlage, in die der alte Bergfried und 4 mittelalterliche Türme einbezogen waren und die von Gräben umzogen wurde.

Im Gegensatz zu den prächtigen Fürstensitzen des Barock nimmt sich das Deidesheimer Schloss recht bescheiden aus. Die Anwesenheit des Pfälzer Kurfürsten Carl Theodor im Jahre 1770 war das glanzvollste Ereignis in der kurzen Geschichte des barocken Schlosses, das Ende des 18. Jahrhunderts durch die Angriffe der französischen Revolutionstruppen zerstört wurde. 1794 plünderten die Truppen das Schloss und in den folgenden Jahren diente es den Bewohnern der Stadt als Steinbruch.

Im Zuge der Säkularisation wurde 1804 das Gelände samt den Trümmern in Mainz von mehreren Deidesheimer Bürgern ersteigert. Von 1804 bis 1817 errichtete der neue Besitzer Heinrich Görg das heutige Gebäude und gründete für seine beiden Söhne hier je ein Weingut. Die Mauer im Hof ist heute noch Zeugnis der getrennten Gutshöfe.

Der alte Burggraben, früher mit Wasser gefüllt und zur Fischzucht genutzt, wurde zunächst als Gartengelände verpachtet. Die 1975 und 1976 noch nicht überbauten Teile verwandelten die Bürger der Stadt mit viel Eigenleistung in eine Parkanlage (Schlosspark).

 

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Mehr Erfahren!