Aktuelles

Hansel-Fingerhut-Fest auf UNESCO-Liste

Seit 2003 unterstütz die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt von Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Mehr als 400 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Naturwissen aus aller Welt sind derzeit auf drei verschiedenen UNESCO-Listen gesammelt.

Im Jahr 2016 wurde das Forster "Hansel-Fingerhut-Fest" in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Dieses Sommertagsspiel ist schon weit über 200 Jahre alt und seit 1721 durch geschichtliche Aufzeichnungen nachweisbar. Das dramatische Spiel, das vor ca. 3 Jahrhunderten durch Neubürger, Zuwanderer aus Oberdeutschland und der Schweiz in unsere Region getragen wurde, hat sich mit dem bodenständigen Sommertagsbrauch vereinigt.

Jedes Jahr am Sonntag Lätare wird es im Edelweinort Forst, das am Ostrand des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen liegt, mehrfach aufgeführt, beginnend am nördlichen Ortseingang (ab 14.00 Uhr). Bei dem Kampf zwischen Winter und Sommer wirken sechs historische Figuren mit. Hierzu zählen u. a. in der Hauptrolle Hanselfingerhut, ein Vagabund, Henrich-Fähnrich, der an einen einstigen Landsknecht erinnert, der Scherer, er rasiert nicht nur sondern lässt auch zur Ader, die Nudelgret, die den Hanselfingerhut mit frischen Brezeln stärkt.

Auch für das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ist diese besondere Auszeichnung der UNESCO von großer Bedeutung, denn Biosphärenreservate sind verpflichtet sich u. a. auch für den Erhalt kultureller Werte in ihrem Gebiet einzusetzen.