1x1 der Rebsorten in und um Deidesheim

1. Weißer Riesling
Die bekannteste deutsche Rebsorte, vermutlich von einheimischen Wildreben am Rhein abstammend, ist seit dem 15. Jh. bekannt. Aufrechter Wuchs, Neigung zur Verrieselung, späte Reife und geringe Winterfrostempfindlichkeit sind für sie im Weinberg kennzeichnend. Der Wein wird bestimmt von einer ausdrucksvollen fruchtigen Säure, die ihm auch bei Vollreife Eleganz verleiht.

2. Chardonnay
Weiße Keltersorte aus der Burgundersorte, die von Frankreich (Chablis, Burgund) ausgehend im ganzen Weltweinbau angepflanzt wird.

3. Cabernet Sauvignon
Weltweit verbreitete, aus Frankreich stammende, rote Qualitätsweinsorte für heiße Klimagebiete. Zur Minderung des starken Aromas und des Tannins häufig mit Merlot oder Cabernet Franc verschnitten bildet er die Basis bekannter Rotweine mit Barriqueausbau.

4. Grüner Silvaner
Im 17. oder 18. Jh. eingeführte alte Rebsorte, deren mundartliche Benennung durch die Winzer Rückschlüsse auf Religion und frühere Herrschaft erlaubt:
“Österreicher" = evangelisch = Leininger oder Kurpfälzer Herrschaft; “Franken" = katholisch = Fürstbischöflich Speyerische Herrschaft. In Ungstein wird er “Österreicher" genannt, da das Dorf zur Leininger
Herrschaft gehörte, in Deidesheim mit ehemals speyerischer Herrschaft
“Franken".

5. Müller-Thurgau, Rivaner
1882 von Professor Helmut Müller aus Thurgau/Schweiz in Geisenheim gekreuzte, nach der Anbaufläche, wichtigste deutsche Rebsorte. Die vom Züchter angegebenen Eltern Riesling x Silvaner sind unwahrscheinlich. Nach 1996 in Klosterneuburg vorgenommenen Genanalysen ist Gutedel der Vater.
Ertragssicherheit, frühe Reife und niedrige Säuregehalte sind die Vorteile, die verbunden mit einem an einen Sommerblumenstrauß erinnernden Duft der Weine den Erfolg der Sorte erklären.

6. Blauer Portugieser
Um 1770 von der Iberischen Halbinsel nach Bad Vöslau in Österreich und von dort um 1840 von Johann Philipp Bronner (1792-1864) nach Deutschland gebracht, verbreitete sich die “Portugiesische" aufgrund ihrer
Anspruchslosigkeit, Ertragssicherheit, frühen Reife und niedrigen Säure sehr rasch.

7. Blauer Spätburgunder
National und international als Pinot Noir berühmte alte Rebsorte, die 884 von Karl III., dem Dicken, von Burgund an den Bodensee gebracht wurde. Hohe Reifegrade verbunden mit ausdrucksvoller Säure, ein manchmal an Waldbeeren
erinnernder Geschmack, abgerundet durch den an Holz erinnernden Burgundercharakter sind die Ursachen des Ruhmes der lange lagerfähigen Weine.

8. Blauer Trollinger
Als Frankenthal oder Fleischtraube weit verbreitete Tafeltraube. Als Weintraube wird er noch in Württemberg und in Südtirol (als Vernatsch) angepflanzt.

9. Blauer Limberger, Lemberger, Blaufränkisch
Mit dem Blauen Portugieser um 1840 von Johann Philipp Bronner (1792-1864)aus Österreich eingeführte Rebsorte mit besonderer Anbaubedeutung in Württemberg. Sie bringt in der Jugend feinfruchtige, säurebetonte bis im
Alter markante Rotweine.

10. Gewürztraminer, Roter Traminer
Schon im 16. Jh. wegen des an Rosen erinnernden Buketts und der großen Reife der Trauben viel gerühmte Rebsorte.
Verrieselungsneigung, niedrige Erträge machen die edlen, würzigen Weine zur seltenen Spezialität vor deren Genuss schon 1593 Albertinus die Damen gewarnt hat.

11. Weißer Gutedel                                                                                             Wie der Elbling war auch der Gutedel früher in Mischung mit anderen Rebsorten besonders in Gebieten mit vom Klima her hohen Säuregehalten weit verbreitet.

12. Dornfelder
Die Erfolgsstory der Rebsorte startet in Deutschland mit 124 Hektar bestockter Rebfläche im Jahr 1972. Mittlerweile rangiert Dornfelder in der Liste der am häufigsten angebauten Rotweinsorten mit 9 % der Anbaufläche, Tendenz weiter steigend, wie die Zahl der jährlichen Neuanpflanzungen beweist. Dabei ist Dornfelder längst seiner ursprünglichen Rolle als "Deckrotwein" entwachsen und hat sich zu einem eigenständigen, fruchtigen, gehaltvollen Wein entwickelt, der auch als Sekt-Spezialität immer mehr an Bedeutung gewinnt. Darüber hinaus erzielen einige Winzer mit ihren im Holzfass (teilweise im Barrique) ausgebauten Dornfelder beachtliche Qualitäten. Hauptverbreitungsgebiete der Kreuzung aus Helfensteiner X Heroldrebe ist die Pfalz. Meistens wird der Himmelstürmer trocken ausgebaut, als samtiger, gehaltvoller und markanter Rotwein, der bestens zu Braten und aromatischen Käsen passt.

13. Scheurebe
Scheurebe ist eine weitere Züchtung, die sich in vielen deutschen Anbaugebieten durchsetzen konnte. In der Pfalz hält sie 4 % der Anbaufläche. Die Kreuzung der Landesanstalt für Rebenzüchtung Alzey aus den beiden Standardsorten Silvaner X Riesling erhielt ihren Namen von dem Züchter Georg Scheu. Gute Scheurebe-Weine haben eine rassige Säure und ein volles, kräftiges Bukett mit einem an schwarze Johannisbeeren erinnernden Ton.

14. Kerner
Die inzwischen am meisten angebaute Neuzüchtung hat in relativ kurzer Zeit eine enorme Verbreitung gefunden. Die Hauptgründe liegen in der Frosthärte und in ansprechenden, oftmals Riesling-artigen Weinen sowie mengenmäßig relativ sicheren Erträgen bei guten Mostgewichten. Kerner ist eine Züchtung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg aus den Sorten Trollinger X Riesling, deren Name auf den württembergischen Dichter Justinus Kerner zurückgeht. Die größten Anbauflächen dieser Neuzüchtung befinden sich in der Pfalz. Die Weine des Kerners sind frisch, rassig, Riesling-ähnlich und haben ein fruchtiges, feines Bukett, das gelegentlich einen leichten Muskatton aufweist.

15. Ruländer, Grauer Burgunder
Der "graue Burgunder" wurde 1711 in einem aufgelassenen Garten im 1689 zerstörten Speyer vom Kaufmann Johann Seger Ruland (1683 - 1745) entdeckt und mit dessen Namen belehnt. Große Reife und Fülle brachten der Sorte aus der Burgunder-Familie mit grauen Trauben großen Ruhm und erklären bei Beeren und Trockenbeerenqualitäten die im Elsass übliche Bezeichnung "Tokayer".

16. Sauvignon Blanc, Gris, Muskatsilvaner
Aus Frankreich stammende, weltweit verbreitete Weißweinsorte.