Auf zu den Burgen....

Die Bewacher der Deutschen Weinstraße: Ein Streifzug zu den zahlreichen Burgen entlang der Deutschen Weinstrasse

Ausflugstipps der Tourist Service GmbH Deidesheim:

Die Bewacher der Deutschen Weinstraße: Ein Streifzug zu den zahlreichen Burgen entlang der Deutschen Weinstraße


„Die Burgen in aller Kürze“


Aufgereiht stehen Sie da, fast wie die Perlen auf der Schnur. Entlang der Haardt, dem Ostrand des Pfälzer Waldes, thronen zahlreiche Burgen hoch über den romantischen Dörfern und Städten der Region. Waren sie im Mittelalter (fast) uneinnehmbare Festungen, so stehen sie heute Besuchern gastfreundlich offen.

Insbesondere für Wanderer sind Wachtenburg, Battenberg, die Wolfsburg oder das Hambacher Schloss gern angepeilte Zwischenstationen auf ihren Tagestouren. Auf herrlichen Wanderwegen erst einmal oben angelangt, locken neben phantastischen Aussichten auf die Weiten der Rheinebene und auf den Odenwald natürlich auch die für Viele wichtigste Belohnung: gemütliche Burgschänken mit ihren willkommenen Brotzeiten ...


„Die Burgen im Detail“

Die Ritter und adligen Herrscher des Mittelalters hatten zweifelsohne ein Gespür für strategische Lagen – doch offenbar einen ebenso ausgeprägten Sinn für landschaftliche Schönheit. Nur so ist es zu erklären, dass sie in der Pfalz ihre zahlreichen Burgen und Schlösser gerade an den spektakulärsten Stellen erbauen ließen.
Wer heute als Besucher auf die teilweise noch hervorragend erhaltenen und aufwändig restaurierten Gemäuer steigt, wird mit Aussichten belohnt, die mehr als außergewöhnlich sind. Und steht dabei ein ums andere Mal auf Grundmauern, die Zeugen einer langen, wechselvollen Geschichte sind.


"Vorboten der Revolution"

Größte Bekanntheit genießt dabei das Hambacher Schloss, das auf dem Platz einer spätrömischen Siedlung und wahrscheinlich zuvor sogar germanischen Kultstätte errichtet wurde. Als „Kästenburg“ (Kastanienburg, benannt nach den sie umgebenden Kastanienwäldern) zum Schutz benachbarter Besitzungen von den Saliern erbaut, wurde das Hambacher Schloss 1832 zum Synonym deutschen Demokratiestrebens. 30.000 Menschen zogen damals auf den Schlossberg, um mit dem „Hambacher Fest“ für mehr Demokratie und nationale Einheit zu demonstrieren. Auch wenn der direkte Erfolg ausblieb: erhalten sind der Geist einer der frühesten Volksbewegungen aus freiheitlichem Denken – und unsere Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold auf der Fahne, wie sie damals zum ersten Male zusammengeführt wurden.

Präsentiert werden all diese Ereignisse und Zusammenhänge in spannenden Führungen und Ausstellungen direkt vor Ort.


Die sonntägliche Verdauungsstrecke

1848, als die Revolution dann tatsächlich Deutschland erreichte, flatterte die deutsche Trikolore einige Kilometer weiter nördlich: auf der Wolfsburg über Neustadt. Nach langer Zeit des Zerfalls wurde diese Anlage vor 60 Jahren unter Denkmalschutz gestellt. Vom Neustadter Zentrum aus führt ein schön ausgebauter Weg über die Welschterrasse und den Sonnenweg zur Wolfsburg – gerade die richtige Strecke für einen Sonntagsspaziergang nach einem guten Essen in einer Weinstube.


Feste im Pfälzer „Balkonien“

Noch ein Stück weiter Richtung Norden blickt die Wachtenburg auf das Wein- und Sektstädtchen Wachenheim hinunter. „Balkon der Pfalz“, wird sie von den Einheimischen gerne genannt. Und was macht man auf dem Balkon am liebsten? Feiern natürlich! Für Burg- und Weinfeste lässt man sich in Wachenheim stets eine gute Begründung einfallen, und als beliebtes Ausflugsziel herrscht in den ehrwürdigen Gemäuern aus dem 11. Jahrhundert eine freundliche Gastlichkeit.


Enges Tal, weites Land

Ein paar Schritte in den Pfälzer Wald oder in die offenere Landschaft des Leiningerlandes hinein, eröffnen sich wiederum ganz neue Sichtweisen.

Die Burgruinen Erfenstein, Breitenstein und Spangenberg etwa lassen sich entlang des Speyerbaches im romantischen Elmsteiner Tal auf dem 3-Burgen-Rundweg erkunden. Die Anreise ist so bequem wie ausgefallen auch mit der historischen Dampfeisenbahn „Kuckucksbähnel“ vom Neustadter Hauptbahnhof aus möglich.

Und wer dann auch noch Battenberg, Altleiningen und Neuleinigen erwandert und die Weite des Leiningerlandes mit viel Horizont auf sich wirken lässt, der versteht die Motive der Ritter und adligen Herrscher des Mittelalters. Hätten Sie sich etwa woanders niedergelassen?

Fakten

  • Hambacher Schloss, Stadtteil Neustadt-Hambach: Geführte Wanderungen, Turmbesteigungen, Abendführungen, ständige Ausstellungen und aktuelle Sonderschauen. Infos unter www.hambacher-schloss.de
  • Wachtenburg: oberhalb von Wachenheim gelegen, gepflegt und saniert von einem privaten Förderkreis. Große Feste sind das Burg- und Weinfest (2. und 3. Juniwochenende) sowie das Burgfest (4. Augustwochenende). Infos unter www.wachenheim.de
  • Wolfsburg: über Neustadt an der Weinstraße. Burgfest immer Mitte August; daran angeschlossen ist seit 2003 auch ein Mountainbike-Wochenende. Infos unter www.neustadt.pfalz.com
  • 3-Burgen-Rundweg: im Elmsteiner Tal mit den Burgruinen Erfenstein, Breitenstein und Burg Spangenberg. Infos unter www.vg-lambrecht.de
  • Battenberg, Altleiningen, Neuleiningen; südwestlich von Grünstadt, phantastische Ausblicke und (im Falle von Battenberg) geologisch interessant durch seine „Blitzröhren“. Infos unter www.leiningerland.com
  • Mühlenwanderweg Haßloch: sehr schöne leichte, aber lange Wanderung über 23,3 km, auch gut als Radtour zu empfehlen. Viele Einkehrmöglichkeiten. Infos mit Karten unter www.hassloch.de