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Der Schlosspark
Schlosspark: (Eingang Joh.-Mungenast-Weg)
Gleich beim Eingang rechts, kaum zu übersehen, hat der kalifornische Mammutbaum seinen Standort gefunden.
Sie befinden sich im ehemaligen Schlossgraben, der bis 1739 mit Wasser gefüllt und zur Fischzucht genutzt wurde. Danach verpachtete man das Gelände als Gärten. Die nach 1804 nicht überbauten Teile wurden 1975 und 1976 durch die Stadt Deidesheim und in Eigenleistungen der Bürger zu einer Parkanlage umgestaltet, die 1988 dafür den Ehrenpreis im Sonderwettbewerb Gartenkulturen des Arbeitskreises Deutsche Weinstraße für die schönste Gartenanlage an der Deutschen Weinstraße erhielt.
Das ehemalige Schloss der Fürstbischöfe von Speyer wurde im 12. oder 13. Jahrhundert zum Schutz des bischöflichen Gebietes um Deidesheim errichtet. Es war zugleich Sommerresidenz der Bischöfe und Sitz der mit der Verwaltung des Amtes Deidesheim betrauten Beamten. Nach der Zerstörung durch die Truppen Ludwigs XIV. (1689) wurde es auf Veranlassung des Fürstbischofs Damian Hugo von Schönborn in den Jahren 1739 – 1745 wieder aufgebaut und 1794-1797 von Soldaten der französischen Revolutionsarmee und Deidesheimer Bürger abgebrochen. 1804 erwarb Heinrich Görg die Ruine vom französischen Staat und ließ bis 1821 auf den alten Fundamenten die heute bestehenden Gebäude errichten.
Es gibt wohl keinen Baum dessen Blüten so eigenartig gestaltet sind wie beim Taschentuchbaum im hinteren Teil des Schlossparks. Aus einiger Entfernung könnte man meinen am Baum hingen lauter weiße Taschentücher. Die Blütezeit dauert im Mai/Juni ca. 3 Wochen. Die Heimat dieses Baumes ist Westchina. In diesem Teil des Schloßparks ist auch der sog. „Turmschreiberturm“ zu finden. Ca. alle zwei Jahre erhält ein Autor des deutschsprachigen Raums die Möglichkeit, als Gast der Stadt Deidesheim die Pfalz kennen zu lernen und seinen Aufenthalt als „Turmschreiber“ schriftstellerisch zu verwerten. Täglich 2 Liter „Deputatwein“ sollen ihm dabei förderlich und dienlich sein. Bisher residierten in diesem Turm Autoren wie Wolfgang Altendorf, Rudolf Hagelstange, Ludwig Harig, Herbert Heckmann, Walter Helmut Fritz, Hans-Martin Gauger und André Weckmann. Der Rundturm am Eingang zum Restaurant Schloss Deidesheim, der „Turmschreiberturm“ und der neu restaurierte Rundturm des Anwesens Wehner in der Burggasse sind erhaltene Teile der Schlossbefestigung. In unmittelbarer Nähe des „Turmschreiberturms“ ist ein Ginko biloba, der sog. Fächerblattbaum zu finden, der als ein Relikt einer einstmals artenreichen Pflanzengruppe aus dem Tertiär gilt.





