Geschichte von Niederkirchen
Auf der trockenen Vorhügelzone der Haardt, die schon vor dem Jahre 500, also in römischer Zeit besiedelt war, wurde in der Zeit der Völkerwanderung durch den Franken Theodin das spätere Niederkirchen, damals Didinischaime, Heim des Theodin (= Didinis) gegründet.
Am 1. Juni 699 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, und zwar in einem Testament, das der Edle Erimbertus hier beurkunden ließ und in dem er dem Kloster Weissenburg Länder und Güter im Gegenwert von acht Pfund Silber vererbte. Im Jahre 770 ist hier der Weinbau durch eine Urkunde an das Kloster Fulda belegt.
Im 11. Jahrhundert gelangte das Dorf, in dem sich während der Karolingerzeit ein Königshof befand, in den Besitz der Bischöfe von Speyer.
Dass der Ort im Mittelalter große Bedeutung hatte, geht aus dem um 1060 errichteten Kirchenbau hervor, den noch heute der weithin sichtbare, mächtige Vierungsturm überragt. Der unbefestigte Ort hat im Laufe seiner Geschichte viele Zerstörungen und Verwüstungen erlebt (1250, 1460, 1525, 1618 - 1648, 1794 - 1795). Im 30-jährigen Krieg war Niederkirchen fast völlig zerstört und seine Einwohner umgebracht.
Vermutlich im 13. Jahrhundert spaltete sich vom Mutterort, dem heutigen Niederkirchen, das spätere Deidesheim ab. Bis 1819 waren sie eine Gemeinde. Zur Unterscheidung entwickelten sich die Namen der Orte von Unterdeidesheim, über Niederdeidesheim zu Niederkirchen bzw. von Oberdeidesheim hin zu Deidesheim. Seit 1972 bilden Niederkirchen und Deidesheim, Forst, Meckenheim und Ruppertsbeg eine Verbandsgemeinde.





