Rundgang durch Deidesheim

Wenn Sie 1,5 Stunden Zeit haben

Rundgang durch die Weinstadt Deidesheim

Stadtrundgang durch die Weinstadt Deidesheim

Ausgangspunkt: Geißbockbrunnen am Stadtplatz
Dauer: ca. 1,5 Std.

1. Geißbockbrunnen:

Ein 1985 von Gernot Rumpf geschaffener Brunnen vor der Stadthalle "Paradiesgarten". Amüsant dargestellt wird die Geißbockversteigerung, die jedes Jahr am Pfingstdienstag in Deidesheim in großer historischer Aufmachung gefeiert wird.

2. Schlosspark:

(Bahnhofstr./Schloßstr.)

Das Gelände des Schlossparks ist der ehemalige Schlossgraben des bischöflichen Schlosses, der bis 1739 mit Wasser gefüllt und zur Fischzucht genutzt wurde. Ein Teil davon gestalteten 1975 und 1976 die Stadt Deidesheim und deren Bürger zu einer Parkanlage um. Das ehemalige Schloss wurde von den Fürstbischöfen von Speyer im 12. oder 13. Jahrhundert zum Schutz ihres Besitzes errichtet. Es war zugleich bischöfliche Sommerresidenz und Sitz der Verwaltung des Amtes Deidesheim. Nach der Zerstörung durch die Truppen Ludwigs XIV. (1689) veranlasste Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn in den Jahren 1739 – 1745 den Wiederaufbau. 1794-1797 zerstörten Soldaten der französischen Revolutionsarmee und Deidesheimer Bürger es erneut. 1804 erwarb Heinrich Görg die Ruine vom französischen Staat und ließ bis 1821 auf den alten Fundamenten das heute noch in Privatbesitz befindliche Gebäude errichten.
Die im hinteren Teil des Schlossparks (Schlossbrücke links) befindlichen Türme des Anwesens Wehner (Burggasse) und der sog. „Turmschreiberturm“ gehörten zur Schlossbefestigung.

3. Stadtbefestigung:

Deidesheim wurde 1360 noch vor der Stadterhebung (1395) das Befestigungsrecht verliehen durch Fürstbischof Gerhard von Ehrenberg. Die Wehranlage wurde wegen Behinderung durch die benachbarte Kurpfalz jedoch erst Mitte des 15. Jahrhunderts fertig gestellt. Die zwei Tore, die 14 Türme und die Stadtmauer wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts bis auf geringe Reste abgebrochen.

4. Kaisergarten:

Diese mediterrane Anlage mit Pinien, Mittelmeer- und Amerikanischen Zypressen, immergrünen Magnolien, Lavendel u. v. m. möchte den von Forst kommenden Gast einladen die Stadt Deidesheim zu besuchen. Der Kaisergarten wurde 1985 mit der Ehrenurkunde im Jubiläumsjahr "50 Jahre Deutsche Weinstraße" des Arbeitskreises Deutsche Weinstraße für die künstlerische Gestaltung der aus Haardter Sandstein bestehenden Brunnenanlage ausgezeichnet.

5. Weingut Von Winning/Dr. Deinhard: (Weinstraße 10)

Ein Spross des gleichnamigen Koblenzer Wein- und Sekthauses gründete 1849 das Weingut Von Winning - ehemals Dr. Deinhard in Deidesheim. Dr. Andreas Deinhard, der Sohn des Gründers, führte den Musterbetrieb auf höchstes Niveau. Nach dem Tod seines Schwiegersohnes Leopold von Winningen ging das Gut 1918 in die Hände der Neustadter Weinhandelsfamilie Hoch. Seit 2002 ist das Weingut im Besitz der Fam. Achim Niederberger. Heute gehört es zu den Spitzenbetrieben des Verbandes der Prädikatsweingüter (VDP). Das junge Team um Stephan Attmann fühlt sich dem Vermächtnis von Leopold von Winning verpflichtet: Dem großen Wein!

6. "Zollhäuschen":

(Bennstr./Ecke Kaisergarten)
Das im Volksmund "Zollhäuschen" genannte spätbarocke Gartenhäuschen, lag im späten 18. Jahrhundert außerhalb der Stadt und gehörte zur Gartenanlage des Gutshofes der Herren von Bawyr.

7. Weingut Reichsrat von Buhl:

(Weinstr. 18 - 24)
Auch dieses Weingut feierte 1999 sein 150-jähriges Jubiläum. Während dieser Zeit war es ununterbrochen in Familienbesitz und zählt auch ebenso lang zum Kreis der renommiertesten Weingüter Deutschlands. Im Verband der Prädikatsweingüter (VDP) nimmt auch dieses Weingut einen Spitzenplatz ein.
Das Gebäude war seit dem Hochmittelalter der Hubhof des Hochstiftes Speyer. Auch dieser Hof wurde 1805 säkularisiert. Das Herrenhaus ist ein spätbarocker, zweigeschossiger Putzbau, in dessen Innern noch einige der Stuckdecken des 18. Jahrhunderts erhalten geblieben sind.

8. Stadtmauergasse:

Die kleine Gasse, deren Häuser Teil der ehemaligen Stadtmauer geworden sind bezaubert mit ihrem üppigen Blumen- und Rebenschmuck. Das Sandsteingebäude Nr. 17 beherbergt das Atelier der Keramikerin Lotte Reimers, die von Zeit zu Zeit zu Ausstellungen einlädt.

9. St. Bernhardushof:

(heute Pfarrheim der kath. Pfarrgemeinde, Heumarktstr. 18)
Dieses Anwesen gehörte ehemals als Klostergut dem Zisterzienserkloster Otterberg (bei Kaiserslautern). Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und von der geistlichen Güteradministration des kurpfälzischen Kurfürsten verwaltet. In den Wirren der Französischen Revolutionskriege fiel das ehemalige Kircheneigentum, das von der Güteradministration verwaltet wurde, der Säkularisation zum Opfer und somit auch das Klostergut. Später kam es in Privatbesitz und durch Erbschaft fiel es im Jahre 1969 an das Kloster Leutersdorf bei Neuwied, das der Verpflichtung des Erblassers, in Deidesheim eine Einrichtung zur Erziehung Jugendlicher zu unterhalten, nicht nachkommen konnte und das Anwesen der Kath. Kirchenstiftung verkaufte. Um dem Willen des Erblassers zu entsprechen fanden in den neu renovierten Räumlichkeiten die Pfarrbibliothek, der Kirchenchor, die Kolpingfamilie, die Pfarrjugend, die Schönstattfamilie und der Kath. Frauenbund Unterkunft.

10. Ketschauer Hof (Ketschauerhofstr. 1) und Weingut Geh. Rat Dr. v. Bassermann-Jordan (Kirchgasse 10):

1718 ist die Familie Jordan aus Savoyen in die Pfalz eingewandert. Der Spross Andreas Jordan (1775 – 1848) begründete den Qualitätsweinbau und legte so den Grundstein für das Ansehen des Gutes. Diese Tradition setzte sich über die Jahrhunderte hinweg fort. Bassermann-Jordansche Weine waren über Jahrzehnte hinweg Musterbeispiele für traditionelle Pfälzer Rieslinge.
Das Winzergut war seit dem 15. Jahrhundert Sitz verschiedener Familien des niederen Adels, u. a. die Freiherren von Ketschau, die dem Anwesen den Namen gaben. Durch die Revolutionskriege abgebrannt wurde es von Andreas Jordan erworben und wiederhergestellt. Mitte letzten Jahrhunderts entstand ein moderner Villenbau in historisierenden Formen. Das Anwesen in der Ketschauerhofstr. 1 beherbergt heute ein exklusives Hotel mit dem Restaurant Ketschauer Hof.

11. Torbogen: (Heumarktstr. 3)

Das Wohnhaus eines weitläufigen Winzerhofes aus dem Spätbarock zeichnet sich durch eine in Sandstein gerahmte Durchfahrt im Stil der Renaissance aus. Die Rahmung der Durchfahrt ist aufgrund ihrer Details einzigartig für die Region.

12. Historisches Rathaus/Museum für Weinkultur:

Das Wahrzeichen der Stadt Deidesheim ist das barocke Rathaus. Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet, während des großen Brandes im Jahr 1689 zerstört und Anfang des 18. Jahrhunderts in alter Pracht wieder aufgebaut. Es gehört heute zu den schönsten und bekanntesten Bauwerken der Deutschen Weinstraße. Auffällig ist die große, zweiseitige Freitreppe unter einem Baldachin. Der prächtige Ratsherrensaal im Obergeschoss mit den bunten Glasgemälden berichtet von der Geschichte der Stadt. In den Räumen des historischen Rathauses befindet sich auch das Museum für Weinkultur. In diesem Museum wird die vielfältige Beziehung des Menschen zum Wein dokumentiert. (Öffnungszeiten: z. Zt. vorübergehend geschlossen, sonst geöffnet Mi. – So. u. Feiertag 16.00 – 18.00 Uhr)

13. Pfarrkirche St. Ulrich:

Die Pfarrkirche St. Ulrich wurde zwischen 1440 und 1480 erbaut. Die Kirche ist der einzige größere Kirchenbau des mittleren 15. Jahrhunderts in der Pfalz. Sie besitzt einen ca. 70 m hohen schiefen Turm. Im Innern sind auf den Schlusssteinen des Mittelschiffs die Wappen in Deidesheim begüterter adliger Familien sowie Zumpftzeichen zu sehen. Von der Einrichtung des Mittelalters zeugen einige Glasfenster des 15. Jahrhunderts. Die reiche Gesamtwirkung der neugotisch erneuerten Innenausstattung der Kirche blieb trotz Abbruch von Hochaltar und Kanzel erhalten. Am Ostende des südlichen Seitenschiffs ist außen eine ehemalige Ölbergkapelle zu sehen, angebaut durch die örtliche Bäckerzumpft (Brezel, Brot, Ofenschieber) im Innern ist eine Pietà zu sehen mit einem Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.
Das Beinhaus ist bedeutsam als einzigartiger Bau seiner Art in der Pfalz. Heute ist es eine Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Im Innern befinden sich Grabdenkmäler und Steinkreuze aus dem 15. Jahrhundert.
Zwischen Beinhaus und Kirche ist das ehemalige Friedhofskreuz zu sehen, das aus einem Steinblock herausgemeißelt wurde. Der hohe Sockel stellt mit Felsen, Pflanzen, Totenschädel und Gebeine Golgatha dar. Der Korpus zeichnet sich durch seine anatomische Genauigkeit aus.
In der Nähe der Stadtkirche finden Sie einen Götterbaum, dessen Heimat Ost- und Südasien ist. Dieser Baum zeichnet sich durch seine Genügsamkeit aus, er wächst schnell, selbst auf kargen Böden und dient in China den Seidenraupen als Futter.

14. Ehem. Gasthaus "Zur Kanne"/Museum für Film- und Fototechnik:

Die "Kanne" ist das älteste Gasthaus der Pfalz und beherbergt Gäste seit dem 12. Jahrhundert. 1689 wurde das Gasthaus im Zuge der Pfalzzerstörung niedergebrannt. Danach erst allmählich wieder aufgebaut. Im letzten Jahr-hundert von 1847 – 1876 ruhte der Wirtschaftsbetrieb. Seit 1876 ist das Gasthaus ohne Unterbrechung in Betrieb. Der heutige Eigentümer ist das Weingut Bürklin-Wolf aus Wachenheim.
In der Nähe des Gasthauses ist das Deut. Film- und Fototechnik Museum zu finden, das einen Überblick über die Entwicklung der Foto- und Filmtechnik vermittelt. Dabei werden die Leistungen der Erfinder auf dem Gebiet der Optik und Feinmechanik herausgestellt. (Öffnungszeiten: Jan./Feb. geschlossen, März - Dez. Mi. – Sa. und Feiertag 14.00 – 18.00 Uhr, So. 11.00 - 18.00 Uhr)

15. Spital:

In der Weinstraße befindet sich das 1494 gegründete Spital, das zur Versorgung und Pflege der Kranken und Alten errichtet wurde. Gestiftet hat es Ritter Nikolaus v. Böhl, genannt Übelhirn. Zum Erhalt versah er das Pfründnerspital und Fremdenherberge mit reichen Gütern. Die Pfründner erhielten Wohnrecht, ein bescheidenes Mahl dazu ein Becher Wein und an vorgeschriebenen Tagen sollten sie den Gottesdienst besuchen in der Spitalkapelle. Diese spätgotische Kapelle, ein kleiner Saalbau, wurde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Die Form der Strebepfeiler im Innern ist charakteristisch für diese Zeit ebenso die fischblasengeschmückten Maßwerkfenster. Die Figuren im Innern Johannes und Maria die das Holzkruzifix begleiten, auf den Seitenaltären der hl. Johannes von Nepomuk und Karl Boromäus sind aus der Zeit von 1750 – 1790.
Im Hof des Anwesens in der Nähe der Toreinfahrt steht eine neu renovierte Totenleuchte. Heute beherbergen die Gebäude das Hotel und Café "Ritter von Böhl".

16. Spitalgasse:

Wenn Sie an der Ecke Wassergasse/Spitalgasse stehen und den Blick nach rechts richten, können Sie noch ein Originalstück der Stadtmauer sehen. Auf dem Weg Richtung Turmgasse kommen Sie am sog. Rothenturm vorbei einem dreiviertelrunden Stadtmauerturm aus unverputztem Bruchsteinmauerwerk.

17. Marktplatz:

Das den Marktplatz beherrschende Gebäude des Hotels Deidesheimer Hof, einem Hofanwesen aus dem Barock, zieren viele sehenswerte Architekturteile. Besonders erwähnenswert ist der geschweifte Giebel, der Flacherker und das tonnengewölbte Vordach auf Sandsteinsäulen am Eingang. In der Mitte des Platzes ist der Andreasbrunnen zu sehen. Dieser Brunnen wurde 1851 von der Familie Jordan gestiftet. Der an italienische Vorbilder der Renaissance anlehnende Brunnen wurde von der Gienanthschen Hütte zu Eisenberg geliefert.
An der Stelle des geräumigen Hofanwesens an der Ecke Marktplatz und Schloßstraße stand der "Dienheimer Hof", die sog. "Vorburg" zwischen Schloss und Stadt. 1744 ging der Hof an das Hochstift Speyer und wurde als Amtshaus ausgebaut. Nach der Säkularisation ging das Gebäude in den Besitz von Johann Spindler aus Forst über. In seiner heutigen Form entstand das geräumige Hofanwesen weit-gehend im frühen 19. Jahrhundert. An der Fassade des Haupthauses entlang rankt sich üppig ein Chinesischer Blauregen.

18. Synagoge:

Errichtet wurde sie anstelle einer Vorgängerin am Marktplatz 1853/54 durch die seit 1309 in Deidesheim nachweisbare jüdische Gemeinde. Die Synagoge wurde 1987 als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt und befindet sich seit 1992 im Eigentum der Stadt.

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Weitere Informationen: Tourist-Service GmbH Deidesheim, Tel. 06326 9677-0, Fax 06326 9677-18, touristinfo@deidesheim.de