Kulturhaus - ehem. Synagoge
Die besondere kulturelle Einrichtung
Kulturhaus - ehemalige Synagoge
Die Synagoge der seit Beginn des 14. Jahrhunderts nachgewiesenen jüdischen Gemeinde stand am Dorfplatz, dem heutigen Marktplatz, gleich neben dem bischöflichen Schloss. Während der Verfolgung zur Zeit der Pest (1349) ging die Gemeinde unter. Wann genau die Juden nach Deidesheim zurückkehrten ist nicht bekannt auch nicht ob und wo sie eine Synagoge hatten. Erst 1817 lässt sich feststellen, dass die Gemeinde, bestehend aus 48 Personen, über eine Synagoge verfügt, im ersten Stock eines Hintergebäudes im Hof des Anwesens der jüdischen Familie Feis. Die Synagoge dürfte nach der Stadtzerstörung am 26. September 1689, vielleicht anstelle einer Vorgängerin errichtet worden sein
Mitte des 19. Jahrhunderts war sie in so baufälligem Zustand, dass sich die Gemeinde gezwungen sah ein neues Gotteshaus zu bauen. Dafür wurde ein Garten im Burggraben, der heutigen Bahnhofstraße, erworben und ein angrenzendes Grundstück. Seit der Fertigstellung 1851/52 ist die ehem. Deidesheimer Synagoge ein rechteckiger Bau zu 2 x 3 Fensterachsen mit Walmdach und verputztem Äußeren über hohem, aus Sandsteinquadern gefügtem Sockel. Der Saal im Inneren wird von schwachen stuckierten Lisenen gegliedert, die ein mehrfach profiliertes Gesims tragen. Die Fenster besitzen Rundbogen.
1905 befand sich das Gebäude in "vernachlässigtem" Zustand, so dass eine Renovierung unvermeidbar war. Die Finanzierung bereitete der Gemeinde große Schwierigkeiten. Auch 1926 konnte sie für die dringenden Außen- und Innenrenovierungen das Geld nicht aufbringen, da die Gemeinde lediglich noch aus 12 Personen bestand. Diese Tatsache führte 1935 zum Verkauf des Gebäudes. Der neue Besitzer nutzte sie als Garage, was sie davor bewahrte am 10. Nov. 1938 bei der "Reichskristallnacht" zerstört zu werden.
Heute ist sie im Besitz der Stadt Deidesheim, die sich auch für die Renovierung verantwortlich zeichnet und wird als Veranstaltungsort für Kunst und Kultur genutzt.






