Historisches Rathaus

Historisches Rathaus

Die meistfotografierte Attraktion der Deutschen Weinstraße: Das barocke Rathaus

Wahrzeichen Deidesheims

Das Wahrzeichen der Stadt Deidesheim ist das barocke Rathaus. Das heutige Gebäude stammt im Kern aus der Zeit um 1532. Der Unterbau hat ein beträchtliches Alter. Es war ein romanischer Markthallenbau. Da dieser bescheidene Raum später nicht mehr ausreichte, wurde 1532 noch ein Stockwerk aufgesetzt, das einen Zugang von der Kirche her hatte. Während des großen Brandes im Jahr 1689 wurden große Teile des Gebäudes zerstört und Anfang des 18. Jahrhunderts in alter Pracht wiederaufgebaut. Dabei ergänzte man zu Anfang den nördlichen Anbau.


Es gehört heute zu den schönsten und bekanntesten Bauwerken der Deutschen Weinstraße. Auffällig ist die große, zweiseitige Freitreppe unter einem Baldachin, die 1724 errichtet wurde. Der prächtige Ratsherrensaal im Obergeschoß mit den bunten Glasgemälden berichtet von der Geschichte der Stadt.

Da sowohl vor 1689 als auch danach die leibeigene Bevölkerung nicht über Reichtümer verfügte, ist davon auszugehen, dass es nie einen Rathaussaal gegeben hatte, ausgeschmückt mit edlen Hölzern, plastisch geschnitzten Figuren, wertvollem Zinn usw. Bis zum Jahr 1911 herrschte an den Fenstern und im Innern des Ratssaales die denkbar größte Ärmlichkeit. Dies änderte sich erst als reiche Spender sich des Ratssaales annahmen. Reichsrat Franz Buhl schenkte der Stadt 12 hochlehnige Renaissance-Ratsstühle, geschnitzt mit dem Wappen Österreich-Kastilien-Burgund, 3 im Renaissancestil plastisch geschnitzte Tische und 12 kleiner Stühle. Später kamen noch 2 Wappenglasfenster hinzu, die gleichzeitig mit den gespendeten 6 Fenstern von Herrn Dr. Bassermann-Jordan im Renaissancestil entworfen wurden. Auf die Holzdecke und eine Wandvertäfelung wurde verzichtet, um den Raum nicht zu erdrücken erhielt lediglich die Nordwand eine Holzvertäfelung. Darüber befindet sich das Bildnis Wenzels, Deutscher König von 1378 bis 1400, der Deidesheim 1395 die Stadtrechte verlieh. Eingerahmt ist er von zwei Portraits früherer Landesherren, den Kardinälen und Fürstbischöfen von Speyer, Graf Schönborn (1719 – 1743) und Graf von Hutten (1743 – 1770). Der von außen beheizbare Kachelofen und die 5 wertvollen Kristallleuchten sind Spenden des Herrn Fabrikbesitzers Joseph Biffar aus Deidesheim. In den Vitrinen sind Antiquitäten von Deidesheim und seiner Umgebung zu finden sowie angekaufte Stücke, die ebenfalls großzügigen Spenden entstammen. Alter Besitz der Stadt Deidesheim sind dagegen der Waldplan von 1772 an der Westwand und wohl auch die beiden Archivtruhen der Ostwand.